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LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum für
Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin
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Forschung
& Lehre
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Persönlichkeitsstörungen & ADHS

Persönlichkeitsstörungen sind Störungen, die in der Entwicklung der Persönlichkeit, d.h. in der Kindheit und Jugend entstehen und sich in der späten Jugendzeit oder im Erwachsenenalter zeigen. Die Störungsmuster bleiben über Jahre erhalten. Ursächlich sind erbliche wie auch Umweltfaktoren. Zu diesen zählen negative oder sogar traumatisierende Erfahrungen und Entbehrungen in der Kindheit und Jugend, die die Selbstlenkungs- und die Beziehungsfähigkeit eines Menschen stark und anhaltend prägen können.

Eine Persönlichkeitsstörung liegt erst dann vor, wenn bestimmte Kombinationen von Verhaltensweisen und Erlebensmustern so ausgeprägt sind, dass sie zu anhaltenden inneren und/oder Beziehungskonflikten mit psychosozialen Beeinträchtigungen und zu Leidensdruck für die betreffende Person oder ihre Umwelt führen. Diese Verhaltens- und Erlebensmuster fallen sehr unvorteilhaft auf und weichen von gesellschaftlichen Erwartungen und Normen stark ab. Zwischen 5 und 15 Prozent der Bevölkerung sind von einer Persönlichkeitsstörung betroffen.

Diagnostik

Neben der Routinediagnostik (Labor, EKG und EEG) werden in bestimmten Fällen bildgebende Verfahren (MRT, CCT) eingesetzt. Die psychiatrische Diagnostik umfasst die Erstellung eines psychopathologischen Befundes, der sich aus der Erhebung der Anamnese (zur aktuellen Situation, psychiatrischen Vorgeschichte, Biografie etc.) und Beobachtungen ergibt. Dieses Kernstück der psychiatrischen Diagnostik wird durch Fragebogen, Interviews und computergestützte Tests ergänzt. Oft erstreckt sich ein diagnostischer Prozess über Stunden, oder es müssen über Tage und Wochen Schritt für Schritt Informationen gesammelt werden, um eine Verdachtsdiagnose zu bestätigen.

Therapie

Die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen ist je nach Schwere der Erkrankung im Rahmen einer voll-, teilstationären/tagesklinischen sowie ambulanten Therapie möglich. Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) finden in unserer Spezialsprechstunde Hilfe in Form von Diagnostik, Information und Beratung (Psychoedukation) sowie psychotherapeutischen Gruppen.

Angebote

Kombinierte Therapie

In der modernen psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie werden meistens verschiedene Behandlungselemente kombiniert. Bei Persönlichkeitsstörungen, die vor allem kombiniert psychotherapeutisch, d.h. mit verschiedenen Psychotherapie-Konzepten behandelt werden, werden Medikamente nur dann eingesetzt, wenn Begleiterkrankungen wie z.B. Angststörungen oder Depressionen dies erforderlich machen. Bei ADHS gibt es die drei Haupt-Therapiebausteine der Pharmakotherapie (mit Stimulanzien), der Psychotherapie (vor allem Verhaltenstherapien) und der Psychoedukation (Information und Beratung).

Ambulante Therapie

Zu unserem ambulanten Angebot gehören Spezialsprechstunden für erwachsene Patienten mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ und mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Die ambulanten Angebote - wie Skills-Gruppe oder Achtsamkeitstraining, jeweils kombiniert mit Einzelgesprächen - können nur von Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung wahrgenommen werden, die nicht zu schwer betroffen sind oder die sich in einer vorangehenden teil- oder vollstationären Behandlungsphase in unserer Klinik ausreichend stabilisiert haben. Patienten mit einer Borderline-Störung und einer zusätzlichen Psychose, einer Suchterkrankung mit fortgesetztem Substanzkonsum oder einer stark ausgeprägten Essstörung können wir keine ambulante Gruppentherapie anbieten. In Vorgesprächen werden die persönliche Situation der Betroffenen, ihre Ressourcen und ihre Veränderungs- und Therapiebereitschaft geklärt sowie weitere nötige Informationen vermittelt (Flyer der Borderline-Ambulanz).

Erwachsene mit Interesse an einer ADHS-Diagnostik lassen sich bitte vormittags über die Pforte unserer Klinik (Tel. 0234 5077-0) mit dem Sekretariat für Forschung und Lehre verbinden, um Diagnostik-Fragebögen anzufordern. Über den weiteren Ablauf informiert Sie der Flyer unserer ADHS-Ambulanz.

Die Spezialsprechstunde für akute Traumatisierungen richtet sich vor allem an Menschen, die akut unter den Folgen einer traumatischen Belastung leiden. Das heißt, dass das traumatisierende Ereignis noch nicht lange zurück liegen sollte. Traumatische Ereignisse können beispielsweise sein: Überfälle am Arbeitsplatz, schwere Unfälle oder das Erleben von Gewalt. Unser Angebot wird insbesondere im Auftrag von Berufsgenossenschaften oder der Unfallkasse NRW oder ähnlichen Kostenträgern geleistet.

Tagesklinische und teilstationäre Therapie

In der Tagesklinik werden Patienten mit einer nicht so stark ausgeprägten Persönlichkeitsstörung behandelt bzw. Patienten mit zwei oder mehreren psychischen Störungen (Komorbidität). Darunter fallen auch Patienten, die über bessere Ressoucen (wie soziale Unterstützung oder berufliche Einbindung) verfügen als die vollstationär aufgenommenen Patienten (Flyer der Tageskliniken). Die Station des Tracks 1 hält auch teilstationäre Therapieplätze vor, die zur Belastungserprobung und zur Festigung dessen, was vollstationär erreicht wurde, dienen.

Vollstationäre Therapie

Eine vollstationäre Therapie ist angezeigt, wenn Patienten mit einer Persönlichkeitsstörung, meist einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, zusätzlich an einer weiteren psychischen Störung wie einer Depression erkrankt sind und die Lebenssituation akut und gravierend belastet und beeinträchtigt ist. Auf der Station wird entweder eine kurze Krisenintervention oder eine längere Therapie veranlasst, bei der verschiedene Therapieansätze kombiniert werden (z.B. Dialektisch-behaviorale Therapie, Mentalisierungs-basierte Therapie oder Schematherapie). Kernprinzip der stationären Therapie ist die Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) der Borderline-Persönlichkeitsstörung nach Marsha Linehan, bei der Verhaltenstherapie (insbesondere Fertigkeitentraining), Dialektik (Ausgewogenheit von Akzeptanz/Respekt und Herausforderung zur Veränderung) und Achtsamkeit kombiniert werden (Flyer der Station).

Kontakt

Persönlichkeitsstörungen

  • Prof. Dr. med. Martin Brüne, Oberarzt
  • Tel. 0234 5077-0
  • Track 1
    Tel. 0234 5077-1510
  • Ambulanz
    Tel. 0234 5077-1190

 

ADHS

  • Dr. med. Astrid Friebe, Oberärztin
  • Tel. 0234 5077-0
  • Track 1
    Tel. 0234 5077-1510
  • Ambulanz
    Tel. 0234 5077-1190