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LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum für
Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin
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Psychische Erkrankungen im höheren Lebensalter

Unser Behandlungsbereich "Psychische Erkrankungen im höheren Lebensalter" ist spezialisiert auf die Untersuchung und Therapie älterer Patientinnen und Patienten, d.h. von Frauen und Männern, die in der Regel älter als 60 Jahre sind. Diese Erkrankungen werden individuell, interdisziplinär und integrativ abgeklärt und behandelt. Zu den psychischen Erkankungen, die in der zweiten Lebenshälfte auftreten können, zählen u.a. Demenzen, Depressionen, Angsterkrankungen, Schizophrenien und organisch-psychotische Störungen, Tabletten- und Alkoholabhängigkeit. Aber auch alle anderen Erkrankungen und Störungen im höheren Lebensalter werden hier therapiert. Wir behandeln ältere Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen auf unserer gerontopsychiatrischen Station sowie in einer Spezialsprechstunde unserer Institutsambulanz. Zur Zeit erweitern wir unsere Belegungskapazitäten und bieten zusätzlich eine tagesklinische Behandlung an.

Diagnostik

Die diagnostische Zuordnung psychischer Störungen ist bei älteren Menschen nicht immer leicht, da sich Symptome oft weniger eindeutig darstellen wie bei Jüngeren oder diese z.B. durch körperliche Erkrankungen überlagert werden. Um psychische Erkrankungen von allgemeinen Alterserscheinungen abgrenzen zu können, berücksichtigen verschiedene Untersuchungen (Differentialdiagnostik) eine Vielzahl von Aspekten. Folgende Methoden kommen daher zum Einsatz:

  • Gerontopsychiatrisch-klinische Diagnostik einschl. neuropsychologischer Leistungsdiagnostik und psychometrischer Fragebögen zur Früherkennung von leichten Gedächtniseinbußen ("Minimal Cognitive Impairment", MCI), depressionsbedingten Leistungseinbußen, beginnender Demenz verschiedener Arten (v.a. Alzheimer-Demenz, Lewy-Body-Variante der Alzheimer-Demenz, Frontotemporale Demenz, Normaldruckhydrozephalus)
  • Neurologische und allgemein-körperliche Diagnostik inklusive EEG, EKG, Liquor-, Serum- und andere Laboruntersuchungen
  • Bildgebende Verfahren (CCT/MRT des Gehirns)
  • Bewertung des psychiatrischen Anteils bei komplexen Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität)
  • Indikationsstellung für Alterspsychotherapie

Therapie

Patientinnen und Patienten mit demenziellen Erkrankungen und Depressionen im Alter werden nach medizinischer Notwendigkeit (z.B. Schweregrad der Erkrankung) stationär, teilstationär und ambulant aufgenommen und können dann je nach Erfordernis zwischen diesen Bereichen wechseln. Mit dieser multiprofessionellen Behandlung "aus einer Hand" verfolgen wir das Ziel, die Patientinnen und Patienten bei der Bewältigung ihrer z.B. durch Krankheit oder durch Verlusterlebnisse hervorgerufenen Krisen zu begleiten.

Wir arbeiten mit verschiedenen medizinischen und pflegerischen Therapieverfahren, die modulartig aufgebaut sind und sich miteinander kombinieren lassen. Abhängig vom Krankheitsbild und in enger Abstimmung mit den Fachleuten der verschiedenen beteiligten Disziplinen bieten wir zahlreiche Behandlungselemente an wie z.B. die psychotherapeutische Einzeltherapie, Depressionsgruppe, Hirnleistungs-/Gedächtnistraining, Psychopharmakotherapie, Lichttherapie, Wachtherapie, Elektrokonvulsionstherapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie, Physiotherapie, Training/Erhalt von Alltagsfähigkeiten und sozialer Kompetenzen, Musik- und Aromatherapie.

Angebote

Vollstationäre Therapie

Eine vollstationäre Aufnahme kann sinnvoll sein, wenn die Krankheitsentwicklung, z.B. bei einer Depression, so weit fortgeschritten ist, dass eine rasche Linderung der Beschwerden wünschenswert oder eine Reihe umfangreicher Diagnostikschritte erforderlich ist bzw. intensive und komplexe Therapieformen notwendig sind.
 

Teilstationäre Therapie

An eine vollstationäre Therapie kann sich in einem bestimmten Behandlungsstadium eine teilstationäre Behandlung anschließen, wenn dadurch die therapeutischen Ziele noch besser erreicht werden können und langsam eine Wiedereingewöhnung in das eigene häusliche Umfeld erreicht wird.

Ambulante Therapie

In unserer Institutsambulanz halten wir ein umfassendes Behandlungsangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter bereit. Darüber hinaus haben wir spezielle Sprechstunden eingerichtet, z.B.

  • zur Früherkennung von Gedächtnisstörungen
  • bei Demenzerkrankungen mit frühem Beginn (vor dem 65. Lebensjahr)
  • bei frontotemporalen Demenzerkrankungen
  • die Alzheimer-Ambulanz (in Kooperation mit der Alzheimer-Gesellschaft Bochum/Demenz-Service-Zentrum Bochum)
  • bei Demenzerkrankungen bei geistiger Behinderung
  • bei psychischen Erkrankungen im palliativmedizinischen Zusammenhang (z.B. bei Krebserkrankung, Depression, hirnorganisch bedingten psychischen Veränderungen etc.)

Wir bieten eine individuelle, dem aktuellen medizinischen Wissensstand entsprechende Diagnostik und Therapie mit umfassender Beratung und Aufklärung. Auf Wunsch der Patientin bzw. des Patienten arbeiten wir mit den Angehörigen, den behandelnden Haus- und Fachärztinnen und -ärzten und anderen eingebundenen Einrichtungen zusammen. Nicht-medikamentöse Behandlungseinheiten, wie z.B. Krankengymnastik, Ergotherapie, Psychotherapie finden z.T. in unserer Klinik oder in Kooperation mit externen Partnern statt.

Wir führen regelmäßige ärztliche Visiten in verschiedenen Bochumer Seniorenheimen und Demenzwohngruppen durch. In Einzelfällen erfolgen ärztliche Hausbesuche (bei medizinischer Notwendigkeit).


Flyer:
Angehörigenberatung
Tagesklinik
Familiale Pflege
Gedächtnissprechstunde / Alzheimer-Ambulanz

Prävention

Unter Prävention verstehen wir die Aufklärung über frühe Krankheitszeichen, die weiteren diagnostischen Möglichkeiten und Behandlungsansätze. Unsere Ambulanz bietet u.a. eine Sprechstunde zur Früherkennung von Gedächtnisstörungen an. Mit Hilfe klinischer, testpsychologischer und apparativer Diagnostik wird hier eine Abgrenzung der Beschwerden zu altersbedingten Gedächtniseinbußen vorgenommen, um ggf. nach ausführlicher Aufklärung und Beratung therapeutische Weichen für eine Behandlung oder vorbeugende Maßnahmen zu stellen und diese ärztlich zu begleiten.

Im weiteren Verlauf erfolgt eine differentialdiagnostische Abgrenzung, um andere Ursachen der beklagten Beschwerden zu finden wie z.B. seelische Belastungsfaktoren, Depressionen oder körperliche Erkrankungen. Denn werden z.B. depressive Symptome frühzeitig erkannt und behandelt, lassen sich die Erfolgsaussichten einer multimodalen und multiprofessionellen Therapie verbessern.

Im Rahmen vorbeugender Maßnahmen (Prävention) arbeiten wir eng mit ambulanten Pflegediensten, Seniorenheimen und komplementären Einrichtungen der psychosozialen Beratung und Betreuung (u.a. Alzheimer-Gesellschaft) zusammen, um z.B. durch fallbezogene Besprechungen Hinweise auf vorbeugende Maßnahmen zu geben, die Verhaltensstörungen bei Demenz, Sturzprophylaxe etc. verhindern helfen.

In der Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Hausärztinnen und -ärzten, z.B. im Rahmen des Medizinischen Qualitätsnetzes Demenz des Verbundes der Bochumer Haus- und Fachärzte wird die Depressions- und Demenzfrüherkennung im Alter als Schwerpunkt behandelt.

Kooperationspartner

Wir sind gut vernetzt mit verschiedenen Einrichtungen der Versorgung und Forschung. Dazu zählen

Kontakt

  • PD Dr. med. Rainer Wolf, Oberarzt
  • Tel. 0234 5077-0
  • Track 3
  • Tel. 0234 5077-1530
  • Ambulanz
  • Tel. 0234 5077-1190