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LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum für
Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin
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Experimentelle und Molekulare Psychiatrie

Forschungsabteilung Experimentelle und Molekulare Psychiatrie

Psychiatrische Erkrankungen werden häufig durch ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen hervorgerufen. Ziel unserer Arbeit ist es diese Faktoren im Nager zu modellieren und daraus resultierende Veränderungen im Gehirn zu untersuchen.

Dabei spielen zahlreiche Einflüsse während der Entwicklung eine große Rolle, wie z.B. frühkindlicher Stress. Dieser wird im Tiermodell durch kurzzeitige Trennung vom Muttertier hervorgerufen, und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Verhaltensweisen ausgeprägt werden, die mit psychiatrischen Erkrankungen, wie z.B. Depression, in Verbindung gebracht werden können. Dahingegen hat eine angereicherte Umwelt (z.B. ein Spielkäfig) positive Auswirkungen auf das Gehirn. Ein ebenso wichtiger Faktor bei der Erforschung psychiatrischer Erkrankungen ist das Immunsystem. Hierbei kann bereits eine Immunantwort der Mutter in der Schwangerschaft als auch eine spätere chronische Aktivierung des Immunsystems die Vulnerabilität für psychiatrische Erkrankungen erhöhen. Des Weiteren werden pharmakologische Manipulation und der Einsatz von Lentiviren  zur Generierung unserer Tiermodelle für u.a. Bipolare Störung, Schizophrenie, Depression, ADHS und Zwangserkrankungen genutzt. Die Tiermodelle ahmen hierbei die möglichen Veränderungen, die im Gehirn von Patienten auftreten, nach oder versuchen die Ursachen, die zu den Erkrankungen führen, zu identifizieren.

Mit den im Forschungslabor gewonnenen Tiermodellen lassen sich psychiatrische Krankheiten besser nachvollziehen. Außerdem können bestimmte Verhaltensweisen, beteiligte Hirnregionen und entsprechende Therapiemöglichkeiten untersucht werden. Längerfristig sollen unsere Modelle dazu beitragen, optimale Behandlungs-, aber auch Diagnose- und Früherkennungsmethoden für psychiatrische Erkrankungen zu entwickeln.

Für mehr Information (auf Englisch) siehe: www.freundlab.com

Projekte

  • Induktion von bipolar-ähnlichem Verhalten durch Manipulation des Dopamin D1 Rezeptors
  • Untersuchung konkreter Veränderungen auf Gehirn und Genmethylierung nach frühkindlichem Stress auf die Prädisposition für die Entstehung von Major Depressive Disorder
  • Immuninduzierte Induktion von depressions-ähnlichem Verhalten durch Administration des Zytokins Interferon-α
  • In-vitro-Untersuchung der Mikrogliazelle-Neuron Wechselwirkung unter entzündlichen Bedingungen

Team

  • Jun.-Prof. Dr. Nadja Freund
  • Dominik Beyer, M.Sc.
  • Dr. Manuela Esslinger
  • Alexandra Knorr, M.Sc.
  • Maria Kottman, cand. med.
  • Dr. Dr. Marie-Pierre Manitz
  • Leonie Mengert, cand. med.
  • Annakarina Mundorf. M.Sc.
  • Jennifer Plümper, BTA
  • David  Wegrzyn, M.Sc. (in Kollaboration mit dem Lehrstuhl für Zellmorphologie und Molekulare Neurobiologie)

Publikationen (Auswahl)

Wachholz S, Knorr A, Mengert L, Plümper J, Sommer R, Juckel G., Friebe A. Interleukin-4 Is a Participant in the Regulation of Depressive-like Behavior. Behavioural Brain Research 326 (May 30, 2017): 165–72. doi:10.1016/j.bbr.2017.03.020.

Eßlinger M, Wachholz S, Manitz MP, Plümper J, Sommer R, Juckel G, Friebe A. Schizophrenia Associated Sensory Gating Deficits Develop after Adolescent Microglia Activation. Brain Behavior and Immunity 58 (November 2016): 99–106. doi:10.1016/j.bbi.2016.05.018.

Freund N, Thompson BS, Sonntag K, Meda S, Andersen SL. When the Party Is over: Depressive-like States in Rats Following Termination of Cortical D1 Receptor Overexpression. Psychopharmacology 233, no. 7 (April 2016): 1191–1201. doi:10.1007/s00213-015-4200-y.

Puig MV, Rose J, Schmidt R, Freund N. Dopamine Modulation of Learning and Memory in the Prefrontal Cortex: Insights from Studies in Primates, Rodents, and Birds. Frontiers in Neural Circuits 8 (2014).

Freund N, Thompson BS , DenormandieJ , Vaccarro K, Andersen SL. Windows of Vulnerability: Maternal Separation, Age, and Fluoxetine on Adolescent Depressive-like Behavior in Rats. Neuroscience 249 (2013): 88–97. doi:10.1016/j.neuroscience.2013.06.066.

Manitz MP, Esslinger M, Wachholz S, Plümper J, Friebe A, Juckel G, Wolf R. The Role of Microglia during Life Span in Neuropsychiatric Disease — an Animal Study. Schizophrenia Research 143, no. 1 (January 2013): 221–22. doi:10.1016/j.schres.2012.10.028.