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LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum für
Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin
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Kognitive Neuropsychiatrie und Psychiatrische Präventivmedizin

Die 2009 gegründete Forschungsabteilung für Kognitive Neuropsychiatrie (KNP) und Psychiatrische Präventivmedizin (PPM), die an die neue W2-äquivalente Professur für Kognitive Neuropsychiatrie und Psychiatrische Präventivmedizin (Prof. Martin Brüne) gekoppelt ist, beschäftigt sich vor allem mit den Grundlagen der sozialen Interaktion und Kommunikation im Rahmen psychischer Erkrankungen. Es ist seit langem bekannt, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen oft Schwierigkeiten im sozialen Miteinander haben, sich häufig zurückziehen, Ängste entwickeln oder manchmal aggressiv reagieren.

Die Ursachen dieser Probleme sind vielfältiger Natur. Oftmals werden soziale Signale anderer Menschen fehlinterpretiert – so zum Beispiel Gesichtsausdruck, Körperhaltung oder Gestik. Menschen mit psychischen Erkrankungen haben darüber hinaus Schwierigkeiten, Absichten, Wünsche, Annahmen oder Gefühle anderer Personen wahrzunehmen. Auf diese Weise können Missverständnisse und Konflikte entstehen bis hin zu wahnhaften Überzeugungen, dass andere etwas im Schilde führen.

Daraus kann sich ein massiver Verlust an Vertrauen in andere entwickeln und soziale Isolation begünstigen. Die Forschungsabteilung für KNP & PPM untersucht diese Faktoren mit Hilfe speziell entwickelter neuropsychologischer Verfahren, die Aspekte der Einfühlung (Empathie), der Perspektivübernahme und der Wahrnehmung von Fairness und Vertrauen umfassen. Überdies werden die Zusammenhänge der Empathiefähigkeit mit der sogenannten Spiegelneuronenaktivität untersucht. Darüber hinaus steht ein Labor zur computer-gestützten Erfassung mimischer Ausdrucksbewegungen zur Verfügung.

Weiterhin untersuchen wir das nonverbale Verhalten von Patientinnen und Patienten mit psychischen Störungen während eines diagnostischen Interviews, das videografisch erfasst und ausgewertet wird.

Die vorgenannten Aspekte der sozialen Interaktion werden gegenwärtig sowohl neuropsychologisch als auch mit Hilfe der funktionellen Bildgebung erfasst. Darüber hinaus wird experimentell untersucht, inwieweit sozial-kognitive Fähigkeiten von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch das Hormon Oxytozin beeinflusst werden.

Besonderes Augenmerk gilt der Früherkennung psychischer Störungen im Rahmen der Bochumer Früherkennungsinitiative und Therapie (BoFiT) mit Schwerpunkt auf der Früherkennung und Frühintervention bei schizophrenen und bipolaren Störungen. Hier beteiligt sich unsere Klinik gegenwärtig an verschiedenen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studien („Early-CBT“).

Untersucht werden im Rahmen der Früherkennungsambulanz zudem die soziale Kognition bei Menschen mit erhöhtem Psychoserisiko sowie deren nonverbales Ausdrucksverhalten.

In Bezug auf die Früherkennung bipolarer Störungen hat die BoFiT-Ambulanz rückblickend Frühsymptome erfasst, die der Manifestation einer bipolaren Störung häufig vorausgehen. Diese Erkenntnisse fließen nun vorausschauend in die Früherkennungsdiagnostik ein.

Die Forschungsabteilung für KNP & PPM befasst sich nicht zuletzt mit den zellulären Grundlagen psychischer Erkrankungen. Diesbezüglich kooperiert die Forschungsabteilung mit dem Institut für Anatomie der Ruhr-Universität Bochum bei der Untersuchung der Von-Economo-Neuronen im anterioren zingulären Kortex und perspektivisch in der vorderen Inselregion des Gehirns.

Projekte

Die laufenden Projekte werden mit Drittmitteln aus der Forschungsförderung an der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (FoRUM) unterstützt.

Das Forschungsprojekt „Neuropathologie des anterioren zingulären Kortex bei Schizophrenien“ wurde von der Stanley Medical Research Foundation finanziell gefördert (www.stanleyresearch.org)

 

Promotionsthemen

  1. Nonverbale Interaktion bei Menschen mit psychischen Störungen
  2. Spiegelneuronenaktivität bei Patienten mit emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen
  3. Funktionelle und strukturelle Kernspintomografie zur sozialen Kognition und Interaktion

Team

  • Univ.-Prof. Dr. med. Martin Brüne (Leiter der Forschungsabteilung für KNP & PPM)
  • Dr. med. Andreas Ebert (Assistenzarzt)
  • Dr. med. Björn Enzi (Assistenzarzt)
  • Vera Flasbeck, MA Biol.
  • Cristina Gonzalez, MA (PhD-Stipendiatin der International Graduate School of Neuroscience)
  • Iwona Zalewski, M. Sc. Kli.Psy.
  • Oksana Ze, M. Sc. Psychologie
  • Doktorandinnen und Doktoranden der Medizin, Psychologie und Biologie

Kooperationspartner

  • Prof. Robyn Langdon, Macquarie University, Sydney, Australien
  • Prof. Simone Shamay-Tsoory, Haifa University, Israel
  • PD Dr. med. Carsten Theiß, Institut für Anatomie, Ruhr-Universität Bochum

Publikationen (Auswahl)

Brüne M, Ebert A, Kolb M, Tas C, Edel M-A, Roser P. Oxytocin influences avoidant reactions to social threat in adults with borderline personality disorder. Human Psychopharmacology: Clinical and Experimental 28 (2013) 552–561.

MacDonald K, MacDonald TM, Brüne M, Lamb K, Wilson MP, Golshan S, Feifel D. Oxytocin and psychotherapy: A pilot study of its physiological, behavioral and subjective effects in males with depression. Psychoneuroendocrinology 38 (2013) 2831-2843.

Ebert A, Kolb M, Heller J, Edel M-A, Roser P, Brüne M. Modulation of interpersonal trust in Borderline Personality Disorder by intranasal oxytocin and childhood trauma. Social Neuroscience 8 (2013) 305-313.

Gonzalez-Liencres C, Shamay-Tsoory S, Brüne M. Towards a Neuroscience of Empathy: Ontogeny, phylogeny, brain mechanisms, context and psychopathology. Neuroscience Biobehavioral Reviews 37 (2013) 1537-1548.

Brüne M, Hochberg Z. Evolutionary medicine – the quest for a better understanding of health, disease and prevention. Editorial. BMC Medicine 11 (2013) 116.

Heinisch C, Wiens S, Gründl M, Juckel G, Brüne M. Self-face recognition in schizophrenia is related to insight. European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience (im Druck).

Fischer-Shofty M, Brüne M, Ebert A, Shefet D, Levkovitz Y, Shamay-Tsoory SG. Improving social perception in schizophrenia: The role of oxytocin. Schizophrenia Research (im Druck).

Brown EC, Wiersema JR, Pourtois G, Brüne M. Modulation of motor cortex activity when observing rewarding and punishing actions. Neuropsychologia 51 (2013) 52-58.

Arango de Montis I, Brüne M, Fresán A, Ortega Font V, Villanueva J, Saracco R, Muñoz-Delgado J. Recognition of facial expression of the emotions and their relation to attachment styles and psychiatric symptoms. Preliminary study on Psychiatric Residents. Salud Mental 36 (2013) 95-100.