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LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum für
Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin
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Aktuelle Projekte

Laufende Projekte

ZIPHER - Zwangsmaßnahmen im psychiatrischen Hilfesystem: Erfassung und Reduktion

Ziele dieses, durch das Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projektes sind eine bundesweite Vollerhebung der Versorgungsepidemilogie von Zwangsmaßnahmen im psychiatrischen Hilfesystem und eine Analyse der Bedingungsfaktoren sowohl in struktureller Hinsicht als auch im Hinblick auf Einstellung und Qualifikation aller Beteiligten und deren Zusammenspiel. Weiterhin erfolgt eine Untersuchung des Heimsektors mit Schwerpunkt auf seelisch behinderte Menschen in Anbetracht der Vielfalt und der unterschiedlichen Versorgungssysteme. Zudem wird eine Evaluation komplexer Interventionen zur Reduktion von Zwangsmaßnahmen durchgeführt. Das Projekt beinhaltet Kooperationen mit dem ZfP Südwürttemberg/ Universitätsklinik Ulm (Prof. Steinert), dem ZI Mannheim (Prof. Dreßing/ Prof. Salize) und dem Institut für Sozialpsychiatrie Greifswald (Prof. Steinhart). Die Laufzeit beträgt drei Jahre (2016 - 2019).

ZWARED - Zwang in der Psychiatrie reduzieren

Das Ziel dieses mit Mitteln des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation und Prävention des Landes NRW geförderten Projekts (Laufzeit 2015-2017) ist die möglichst vollständige Erfassung von für Zwangssituationen im psychiatrischen Kontext relevanten Daten, sowie die Entwicklung einer standardisierten und praktikablen zukünftigen Berichterstattungsform und die wissenschaftliche und klinische Bewertung des gegenwärtigen Wissens als Grundlage für bestmögliche Handlungsempfehlungen.

Auswirkungen des Konzepts der offenen Türen auf die Anwendung und das Erleben von Zwang in der Akutpsychiatrie – klinische und ethische Aspekte („offene Türen“)

Ziel dieses von der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen des FoRUM-Rotationsstellen-Programms geförderten Projekts ist, zu untersuchen, ob die Behandlung untergebrachter Patienten auf offenen statt auf geschlossenen Stationen dazu beitragen kann, die Anwendung und das Erleben von Zwang zu reduzieren. Ebenfalls wird untersucht, ob die Behandlung auf offenen Stationen dazu führt, dass mehr untergebrachte Patienten entweichen und es zu schweren Zwischenfällen (z.B. eigen- oder fremdgefährden-den Handlungen) kommt. Neben einer qualitativ-empirischen Interviewstudie erfolgt hierzu eine prospektive Kohortenstudie. (Laufzeit 2016 - 2017)

Entwicklung einer Leitlinie zur Anwendung und Vermeidung von Freiheitsentziehenden Maßnahmen (FeM) in der psychiatrischen Behandlung

Im Rahmen dieses durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) finanziell geförderten Projekts wird ein für alle LWL-Kliniken einheitlicher Standard zur Durchführung von freiheitsentziehenden Maßnahmen (feM) und Zwangsbehandlungen entwickelt. Das Wissen und Handeln der Mitarbeiter soll im Hinblick auf die rechtlichen, ethischen und klinischen Gesichtspunkte bei der Anwendung von feM erweitert und verbessert werden. Zentrales Ziel ist, eine Hilfestellung zu leisten, um die Häufigkeit und Dauer von feM in der psychiatrischen Behandlung auf das Nötigste zu beschränken. (Laufzeit 2015-2017)

Einsatz von ausgebildeten GenesungsbegleiterInnen in psychiatrischen Akutkrankenhäusern – Implementierung und klinisch ethische Evaluation

In diesem durch den LWL geförderten Inklusionsprojekt, das im Oktober 2015 begann und auf zwei Jahre festgelegt ist, wird die Arbeit von GenesungsbegleiterInnen (GB) – international auch „peers“ genannt – an vier Kliniken im LWL-PsychiatrieVerbund (Gütersloh, Herten, Lengerich und Münster) finanziell gefördert und wissenschaftlich evaluiert. GB sind psychiat-rieerfahrene Menschen, die nach einer einjährigen Ausbildung gemäß dem „EX-IN“ („Experienced Involvement“) Curriculum ihre Erfahrung in die Behandlung akut psychisch Kranker einbringen. Dabei können sie als persönliches Vorbild Hoffnung vermitteln und die Patienten auf dem Genesungsweg unterstützen (Laufzeit 2015 - 2017).

It takes two to tango – Tango Argentino in der Behandlung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung

Dieses Institutsprojekt soll erforschen, ob Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung von Tango-Argentino-Tanztherapie als therapeutischer Add-On-Maßnahme profitieren und sich ihre Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen dadurch verbessern lassen. Die Patienten nehmen während der Studie über 12 Wochen hinweg an einem Tango-Argentino-Tanzkurs teil. Erste Ergebnisse des Projektes werden Ende 2017 erwartet. (Laufzeit 2017)

Evaluation des medizinischen Dokumentationswesens

Die medizinischen Dokumentationsprozesse der ärztlichen, therapeutischen und sozialen Berufsgruppen im LWL-PsychiatrieVerbund (Kliniken, Wohnverbünde, Pflegezentren) sollen im Rahmen dieses Projektes erhoben werden. Hierbei sollen insbesondere die zeitlichen und inhaltlichen Dokumentationsprozesse und auch patientenferne PC-Arbeiten erfasst werden. Eine Bestandsaufnahme ermöglicht Rückschlüsse auf eine etwaige Optimierung der Prozesse.

Veränderungen der Akut-Inanspruchnahme in der KJP und mögliche Ursachen

In einer vorangegangenen Forschungsarbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LWL-Klinik Marsberg präsentierte sich eine gestiegene Zahl an kriseninterventionellen Aufnahmen als nicht erklärbares und neues Phänomen. Dabei scheint diese Beobachtung nicht auf den Standort Marsberg beschränkt zu sein, sondern spielt auch in anderen KJP-Einrichtungen des LWL-PsychiatrieVerbundes eine Rolle. Deshalb soll diesem Thema auf breiterer Datenbasis mittels einer Erhebung der Veränderungen in allen kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken des LWL nachgegangen werden.

Der "Bochumer Screeningbogen Bipolar (BSB)" zur Früherkennung bipolarer Störungen

Bei der Studie handelt es sich um eine digitale Befragung von Studenten über zwei Jahre zur Erfassung von Epidemiologie und Prodromalsymptomen bei bipolaren Störungen. Zum Einsatz kommen der Bochumer Screeningbogen Bipolar (BSB), der aus den Ergebnissen einer Vorstudie entwickelt wurde, sowie andere etablierte Screeninginstrumente zur Erkennung hypomaner, manischer und depressiver Krankheitsphasen.

Informationen für Studienteilnehmer 

Erhebung des familienmedizinischen Interventionsbedarfs in den Kliniken des LWL

Durch die Trennung von kinder-/jugend- sowie erwachsenenpsychiatrischer Behandlung dient die Vernetzung der Behandlungssysteme über das 18. Lebensjahr einer besseren Versorgung von selbst erkrankten oder beeinträchtigten Angehörigen. Ziel soll die Entwicklung von Modellen für Versorgungsangebote sein, bei denen Eltern bzw. Geschwister psychisch kranker Kinder und Kinder psychisch kranker Eltern im Fokus stehen. Ziel dieser Bedarfserhebung ist ein familienmedizinischer Ansatz im Sinne einer Netzwerkstruktur, der alle Kliniken des LWL und ihre transsektoralen Angeboten einbezieht.

Alterungsprozesse bei Menschen mit und ohne Behinderung

Grundlage dieser empirisch-vergleichenden Studie des Alterungsprozesses von Menschen mit Behinderungen im Unterschied zu einer nichtbehinderten Population ist die Aufarbeitung der Frage nach den Wechselwirkungen zwischen altersbedingten Veränderungen/Erkrankungen (z.B. Demenz) und der psychischen/geistigen Grunderkrankung/Behinderung. Dabei soll eine Gruppe Betroffener (Menschen mit psychischer/geistiger Behinderung) prospektiv über einen Zeitraum von zehn Jahren (Beginn 2012) mit einer Kontrollgruppe verglichen werden.

Evaluation eines Entspannungsverfahrens bei schwerem psychiatrischen Störungsbild – am Beispiel von Yoga in der Behandlung von Patienten mit Schizophrenie

Bei diesem Projekt sollen Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie dreimal die Woche während eines achtwöchigen Zeitraumes an einem Lernkurs für Yoga teilnehmen. Sie werden zunächst stationär, später ambulant betreut. Ziel ist das autonome selbstständige tägliche Weiterführen der Yoga-Übungen über lange Zeit mit dem Nachweis, dass eine große Gruppe psychiatrischer Patienten durch ein solches Programm eine Entspannungstechnik erlernen und nachhaltig anwenden kann und davon in ihrem Wohlbefinden profitiert. Dazu werden die Patienten alle vier Wochen zu ihrer subjektiv eingeschätzten Lebensqualität (QoL), gemessen anhand des validierten allgemeinen Fragebogens zur Lebensqualität SF-36 (Ware & Sherbourne, 1992), befragt. Zudem werden weitere Parameter wie die verwendete Bedarfsmedikation oder der psychopathologische Befund als Fremdeinschätzungsmaß, bewertet vom Prüfarzt anhand der PANSS (Positive and Negative Syndrome Scale), erhoben.

Genomweite Analyse von Genotyp-Phänotypbeziehungen des longitudinalen Psychoseverlaufs

Dieses Kooperationsprojekt mit dem Institut für Psychiatrische Phänomik und Genomik am Klinikum der Universität München (Prof. Dr. med. Thomas G. Schulze) beschäftigt sich mit der gezielten, longitudinalen Untersuchung spezifischer Marker in Stichproben schizophrener und bipolarer Patienten. Hierdurch werden erstmals Genotyp-Phänotyp-Interaktionen von Schizophrenie und bipolarer Erkrankung und deren Veränderung im Erkrankungsverlauf untersucht. Es ist davon auszugehen, dass durch die Zusammenführung genetischer Analysen und klinischer Verlaufsparameter ein besseres Verständnis hinsichtlich des Erkrankungsverlaufs entsteht.

Schwerpunkt Cannabisabhängigkeit in stationärer Behandlung (CAN-APP)

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer jugendfreundlichen Anwendung eines Cannabis Approach-Avoidance-Trainings (CAAT) in Form einer App und die Prüfung der Machbarkeit im stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Setting.

 

Vergleich der Wirksamkeit von Richtlinien-Psychotherapie vs. Psychotherapie per Telefon oder Skype bei depressiven Störungen

Das Projekt untersucht an der LWL - Klinik Dortmund die Fragestellung, ob es einen Unterschied bezüglich der Wirksamkeit von Psychotherapie per Telefon / Skype und Psychotherapie „face-to-face“ (TAU) bei der Behandlung von depressiven (bzw. traumatisierten) Patienten gibt. Die Therapieergebnisse sind anhand psychometrischer Testung bei den Gruppen vergleichbar. Ziel ist die Überprüfung der Akzeptanz, Praktikabilität und Wirksamkeit von Psychotherapie mittels Telefon oder Skype im Vergleich zu Psychotherapie „face-to-face“.

Clomethiazol versus Diazepam im Alkoholentzug

Ziel dieses Projektes an der LWL - Klinik Warstein ist die Klärung der Frage, ob Clomethiazol oder Diazepamim Alkoholentzug im Hinblick auf Nebenwirkungen und Komplikationsverhinderungen (Delir, Krampfanfall, internistische Zwischenfälle) sicherer ist. Da bei leichten Entzugssymptomen keine relevanten Unterschiede zu erwartensind und um den Studienaufwand darüber zu begrenzen, werden in die Studie nur Patientinnen und Patienten eingeschlossen, bei denen schwere Entzüge zu erwarten sind. Auf der Grundlage eines einheitlichen Entzugsstandards werden die Patienten randomisiert entweder mit Clomethiazol oder Diazepam behandelt.