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LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum für
Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin
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Experimentelle Psychopathologie

Forschungsabteilung für Experimentelle Psychopathologie FA-EXPP

Ziele:

Die Forschungsabteilung für Experimentelle Psychopathologie (FA-EXPP) beschäftigt sich hauptsächlich mit der Erforschung psychischer Phänomene im Kontext psychiatrischer Erkrankung und Zuordnung dieser Phänomene zu neurobiologischen Befunden. Dabei steht im Mittelpunkt  einerseits die Verwendung und zunehmende Etablierung moderner Medien-Technologien wie das Video-Labor, Virtuell reality-Labor, digitalisierte Manumotorik, Flimmerfrequenz, digitalisierte Zeitwahrnehmung  andererseits aber auch der Versuch diese mit bereits im klinisch-psychiatrischen Alltag etablierten Methoden der Bildgebung und Elektrophysiologie zu verknüpfen, um sowohl klinisch relevante als auch wissenschaftliche Aspekte differenzierter untersuchen zu können. Als Beispiel hierfür sei das Projekt der videobasierten Untersuchung von Emotionsverarbeitung und des mimischen Ausdrucks von Patienten einer depressiven psychischen Erkrankung im Vergleich zu gesunden Probanden erwähnt oder die Untersuchung von neurologisch-motorischen Auffälligkeiten mittels eines digitalisierten Schreibtabletts bei Patienten mit einer Intelligenzminderung und komorbiden Zwangssymptomen.

Zu erwähnen ist auch das Projekt zur postpartalen Depression, da es in enger Kooperation mit Mutter-Kind-Einheit der LWL-Klinik Herten (Leiter: Dr. Luc Turmes) durchgeführt wird und hier der Einsatz der videobasierten Erfassung und Analyse der Mutter-Kind-Interaktionen einen wertvollen klinisch-diagnostischen aber auch wissenschaftlichen Beitrag leistet.

Ein aktueller Fokus der FA-EXPP besteht in der Erarbeitung eines Konzeptes zur Einrichtung eines „virtuell reality“ Labors  der zwar primär der Verbesserung der Lehre dienen soll, aber darüber hinaus Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Arbeiten bieten könnte.

Die Erweiterung technischer Möglichkeiten dient jedoch vor allem der Untersuchung der Psychopathologie, welche das Kerngebiet der Faches Psychiatrie darstellt. Unter Psychopathologie werden die mit Leiden einhergehenden Veränderungen psychischer Vorgänge bezeichnet, die sich in Form von Symptomen psychischer Erkrankungen darstellen. Als Beispiel seien die Zwangssymptome genannt, die weit verbreitet sind, aber in ihrer übermäßigen Ausprägung das Krankheitsbild der Zwangsstörung kennzeichnen. Auf diesem Gebiet sind aus der FA-EXPP in den letzten Jahren mehrere wissenschaftliche Publikationen hervorgegangen, so dass das LWL-Universitätsklinikum auf dem Gebiet der Zwangsstörungen zu einem der wenigen spezialisierten deutschsprachigen psychiatrischen Kliniken zählt.    

Ein weiterer Schwerpunkt der FA-EXPP liegt auch darin, selten beschriebene bzw. vorkommende psychische/psychopathologische Phänomene näher zu untersuchen. Als ein Beispiel hierfür ist die PC-basierte Untersuchung von Pareidolien oder die PC-basierte Untersuchung der Zeitwahrnehmung und des Zeiterlebens bei psychisch erkrankten Patienten zu nennen. Einen breiten Raum nimmt auch die Untersuchung der Angst vor dem Tod und der Einstellung zum Tod ein, zumal deren Bedeutung im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen kaum verstanden ist. Hier konnte durch mehrere Projekte klinikintern als auch in Kooperationen mit niedergelassenen Kollegen (Praxis Chmylewski Hattingen, Praxis Dr. Murer) und anderer Institutionen (Neurologische Universitätsklinik BergmannsheiL. Prof. Tegenthof, Bach-Chor, Freimaurer-Logen) wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.

Im Folgenden findet sich ein Überblick auf die aktuell laufenden Projekte der Forschungsabteilung für experimentelle Psychopathologie.

Aktuelle Projekte

  • Klinische und biologische Aspekte der Zwangsstörung und zwangsverwandte Störungen unter besonderer Berücksichtigung „psychodermatologischer“ Konzepte.
  • Untersuchung von Patienten mit psychischer Erkrankung insgesamt und komorbider Hauterkrankung in Kooperation mit der Dermatologie der Ruhr-Uni (St. Josefs-Klinikum)
  • Die Angst vor dem Tod als wesentlicher psychopathologischer Parameter bei psychiatrischen Patienten, Psychotherapie-Patienten und bei gesunden Probanden unterschiedlicher religiös-kultureller Weltanschauung.
  • Mimikanalyse und video-basierte Interaktionsanalyse von gesunden Probanden und schizophrene Patienten im Video-Labor
  • Zeiterleben und Zeitwahrnehmung bei Patienten mit einer psychischen Störung
  • Entwicklungsarbeit zum Aufbau eines hiesigen „virtuell-reality bzw. mixed“ Labors zur Optimierung des Studentenunterrichts.
  • Scham und Schuld bei Patienten mit einer psychischen Störung

Abgeschlossene Projekte

  • Gender-Psychiatrie mit dem Fokus auf Versorgungsaspekte von weiblichen Patientinnen, die sowohl ein psychisches Leiden als auch ein „frauenspezifisches“ Leiden aufweisen.
  • Klinische und biologische Aspekte der postpartalen Depression in Kooperation mit der MKU der LWL-Klinik Herten
  • Untersuchung des familienmedizinischen Interventionsbedarfes durch eine direkte Befragung von stationär behandelten psychiatrischen Patienten.
  • Die Bedeutung von Pareidolien bei psychiatrischen Patienten.
  • Die Angst vor dem Tod bei neurologische erkranken Patienten (ALS) und ihren Familienangehörigen in Kooperation mit der Neurologischen Klinik des Bergmannsheils Krhs. der Ruhr-Uni Bochum.
  • Mimikanalyse und video-basierte Interaktionsanalyse von gesunden Probanden und depressiven Patienten im neu aufgebauten Video-Labor
  • Zeiterleben und Zeitwahrnehmung bei Patienten mit einer psychischen Störung
  • Persönlichkeitsstörungen wir Hysterie und Narzissmus und Elektrophysiologie

Team

  • PD Dr. med. Paraskevi Mavrogiorgou-Juckel
  • Dr. med. Pierre Böhme
  • Dr. med. Marko Kramer
  • Herr Simon Vanscheidt (Video-Labor Techniker)
  • Doktoranden der Medizin  

Publikationen (Auswahl)

Mavrogiorgou P, Peitzmeier N, Enzi B, Flasbeck V, Juckel G. Pareidolias and creativity in patients with mental disorders. Psychopathology 2021; 54(2): 59-69.

Mavrogiorgou P, Juckel G, Reimelt A, Hessam S Scholl L, Frajkur JL, Stockfleth E, Juckel, Bechara FG. Psychiatric comorbidities in hidradenitis suppurativa/acne inversa. Hautarzt 2021; 72(5): 426-434.

Flasbeck V, Enzi B, Andreou C, Juckel G, Mavrogiorgou P. P300 and delay-discounting in obsessive-compulsive disorder. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci 2021; doi: 10.1007/ s00406-021-01302-7.

Weingarten S, Diop S, Specht C, Turmes L, Juckel G, Mavrogiorgou P. Differences in interactional behavior in postpartum depression with and without pre-existing mental disorder. Comprehensive Psychiatry 2021; doi: 10.1016/jcompsych2021.152248.

Zogas K, Juckel G, Mavrogiorgou P. Erfassung des familienmedizinischen Interventionsbedarfs durch eine direkte Befragung von Patienten mit einer psychischen Störung. Psychiatrische Praxis 2020 47(3): 128-134.

Mavrogiorgou P, Chmielewski F, Hanning S, Juckel, G. Persönlichkeit, Lebensbedeutungen und Angst vor dem Tod bei affektiven Störungen. Psychotherapeut 2020; doi: 10.1007/s00278-020-00439-5.

Mavrogiorgou P, Mersmann C, Gerlach G, Herpertz S, Juckel G. Skin diseases in patients with primary psychiatric disorders. Psychiatry Investig 2020; 17(2): 157-162.

Mavrogiorgou P, Haller K, Juckel G. Death anxiety and attitude to death in patients with schizophrenia and depression. Psychiatry Res 2020; doi: 10.1016/j.psychres 2020.113148.

Francalancia J, Mavrogiorgou P, Juckel G, Mitrovic T, Kuhle J, Naegelin Y, Kappos L, Calabrese P. Death anxiety and attitudes towards death in patients with multiple sclerosis. An exploratory study. Brain Sci 2021; doi: 10.3390/brainsci11080964.

Juckel G, Mavrogiorgou P. Traumatization and schizophrenic disorders-A multidimensional view.  Fortschr Neurol Psychiatr 2021; doi: 10.1055/a-1535-1655.

Juckel G Mavrogiorgou P. Epistemological reflections on chances and borders of “biological psychiatry”. World J Biol Psychiatry 2021; doi: 10.1080/15622975.2021.1907706.

Juckel G, Steinfath H, Mavrogiorgou P. Disturbances of time experience in mental disorders. Nervenarzt 2021; doi: 10.1007/s00115-020-01047.

Juckel G, Mavrogiorgou P. Striving for power and aggression-underestimated aspects in the psychotherapy of hysteria. Z Psychosom Med Psychother 2021; 67(1): 21-35.

Diop S, Turmes L, Juckel G, Mavrogiorgou P. Postpartum depression and migration. Nervenarzt 2020; 91(9):822-831.

Juckel G, Mavrogiorgou P. Kreativität und psychische Störung. Nervenheilkunde 2021; doi: 10.1055/a-1406-9635.