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LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum für
Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin
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Aktuell laufende Projekte

Einstellungen von psychiatrischen Behandlungsteams zur Anwendung von Zwang

Der Einsatz von Zwangsmaßnahmen gehört in psychiatrischen Einrichtungen zum klinischen Alltag. Die Reduktion von Zwang und damit von Gewalt gegenüber Patienten wird in den letzten Jahren immer stärker verfolgt. In diesem Zusammenhang wurden bereits einige Untersuchungen zu möglichen Einflussfaktoren durchgeführt. Da bisher zumeist nur formelle Einflussfaktoren und die Sicht der Patienten untersucht wurden, soll in dieser Studie die Sichtweise der Mitarbeiter im Fokus stehen. Die geplante Studie bezieht sich auf den Ermessensspielraum sowohl psychiatrischer Behandlungsteams, wenn es um die Entscheidung zur Anwendung von Zwang bei psychisch erkrankten Personen geht.

Evaluation psychiatrischer Bezugspflege

Die Pflege in somatischen und psychiatrischen Kliniken kann nach unterschiedlichen Konzepten organisiert werden. Bei dem Konzept der Bezugspflege wird jedem Patient ein Pflegender zugeteilt, der für den gesamten Aufenthalt für diesen Patienten zuständig ist. So soll eine höhere Individualisierung der pflegerischen Betreuung gewährleistet werden. In diesem Projekt sollen in unterschiedlichen Kliniken im LWL-Psychiatrieverbund die jeweiligen Pflegekonzepte identifiziert werden und zusätzlich untersucht werden, ob Bezugspflege aus Sicht der Patienten, Pflegenden und Therapeuten als stärker individualisiert wahrgenommen wird.

Evaluation des medizinischen Dokumentationswesens

Die medizinischen Dokumentationsprozesse der ärztlichen, therapeutischen und sozialen Berufsgruppen im LWL-PsychiatrieVerbund (Kliniken, Wohnverbünde, Pflegezentren) sollen im Rahmen dieses Projektes erhoben werden. Hierbei sollen insbesondere die zeitlichen und inhaltlichen Dokumentationsprozesse und auch patientenferne PC-Arbeiten erfasst werden. Eine Bestandsaufnahme ermöglicht Rückschlüsse auf eine etwaige Optimierung der Prozesse.

Der "Bochumer Screeningbogen Bipolar (BSB)" zur Früherkennung bipolarer Störungen

Bei der Studie handelt es sich um eine digitale Befragung von Studenten über zwei Jahre zur Erfassung von Epidemiologie und Prodromalsymptomen bei bipolaren Störungen. Zum Einsatz kommen der Bochumer Screeningbogen Bipolar (BSB), der aus den Ergebnissen einer Vorstudie entwickelt wurde, sowie andere etablierte Screeninginstrumente zur Erkennung hypomaner, manischer und depressiver Krankheitsphasen.

Informationen für Studienteilnehmer 

Informationen für Studienteilnehmer der Nacherhebung

Erhebung des familienmedizinischen Interventionsbedarfs in den Kliniken des LWL

Durch die Trennung von kinder-/jugend- sowie erwachsenenpsychiatrischer Behandlung dient die Vernetzung der Behandlungssysteme über das 18. Lebensjahr einer besseren Versorgung von selbst erkrankten oder beeinträchtigten Angehörigen. Ziel soll die Entwicklung von Modellen für Versorgungsangebote sein, bei denen Eltern bzw. Geschwister psychisch kranker Kinder und Kinder psychisch kranker Eltern im Fokus stehen. Ziel dieser Bedarfserhebung ist ein familienmedizinischer Ansatz im Sinne einer Netzwerkstruktur, der alle Kliniken des LWL und ihre transsektoralen Angeboten einbezieht.

Alterungsprozesse bei Menschen mit und ohne Behinderung

Grundlage dieser empirisch-vergleichenden Studie des Alterungsprozesses von Menschen mit Behinderungen im Unterschied zu einer nichtbehinderten Population ist die Aufarbeitung der Frage nach den Wechselwirkungen zwischen altersbedingten Veränderungen/Erkrankungen (z.B. Demenz) und der psychischen/geistigen Grunderkrankung/Behinderung. Dabei soll eine Gruppe Betroffener (Menschen mit psychischer/geistiger Behinderung) prospektiv über einen Zeitraum von zehn Jahren (Beginn 2012) mit einer Kontrollgruppe verglichen werden.

Krisenvorsorge bei Patienten mit psychotischen Erkrankungen zur Reduktion von Zwang

Schizophrenie und schizoaffektive Störungen erfordern bei vielen betroffenen Patienten wiederholte stationäre Behandlungen in der Psychiatrie, die nicht selten auch Zwangsmaßnahmen umfassen. In dieser Studie werden zwei Interventionen miteinander verglichen: Behandlungsvereinbarung und Krisenpass. Während der Krisenpass lediglich soziodemographische und klinische Eckdaten wie die aktuelle Medikation und Ansprechpartner enthält, umfasst die Behandlungsvereinbarung verbindliche Absprachen zwischen Patient und Behandlern über die Art der Behandlung im Fall von erneuten stationären Aufnahmen. In der Studie wird überprüft, inwieweit die beiden Interventionen dazu beitragen, Zwang abzubauen und Mitbestimmung und psychische Gesundheit der Patienten zu fördern.

ZIPHER - Zwangsmaßnahmen im psychiatrischen Hilfesystem: Erfassung und Reduktion

Ziele dieses, durch das Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projektes, sind eine bundesweite Vollerhebung der Versorgungsepidemiologie von Zwangsmaßnahmen im psychiatrischen Hilfesystem und eine Analyse der Bedingungsfaktoren sowohl in struktureller Hinsicht als auch im Hinblick auf Einstellung und Qualifikation aller Beteiligten und deren Zusammenspiel. Weiterhin erfolgt eine Untersuchung des Heimsektors mit Schwerpunkt auf seelisch behinderte Menschen in Anbetracht der Vielfalt und der unterschiedlichen Versorgungssysteme. Zudem wird eine Evaluation komplexer Interventionen zur Reduktion von Zwangsmaßnahmen durchgeführt. Das Projekt beinhaltet Kooperationen mit dem ZfP Südwürttemberg / Universitätsklinik Ulm (Prof. Steinert), dem ZI Mannheim (Prof. Dreßing / Prof. Salize) und dem Institut für Sozialpsychiatrie Greifswald (Prof. Steinhart). Die Laufzeit beträgt drei Jahre (2016 - 2019).

Genomweite Analyse von Genotyp-Phänotypbeziehungen des longitudinalen Psychoseverlaufs

Dieses Kooperationsprojekt mit dem Institut für Psychiatrische Phänomik und Genomik am Klinikum der Universität München (Prof. Dr. med. Thomas G. Schulze) beschäftigt sich mit der gezielten, longitudinalen Untersuchung spezifischer Marker in Stichproben schizophrener und bipolarer Patienten. Hierdurch werden erstmals Genotyp-Phänotyp-Interaktionen von Schizophrenie und bipolarer Erkrankung und deren Veränderung im Erkrankungsverlauf untersucht. Es ist davon auszugehen, dass durch die Zusammenführung genetischer Analysen und klinischer Verlaufsparameter ein besseres Verständnis hinsichtlich des Erkrankungsverlaufs entsteht.

Missbräuchlicher und abhängiger Konsum von Pregabalin

Um den missbräuchlichen oder abhängigen Konsum von Pregabalin bei Suchtpatienten, insbesondere opiatsubstituierten Patienten, zu quantifizieren, werden in diesem Projekt routinemäßig durchgeführte Drogenscreenings ausgewertet. Neben der Quantifizierung ist ein weiteres Ziel, besonders vulnerable Patientengruppen für missbräuchlichen oder abhängigen Konsum von Pregabalin zu identifizieren. Dafür werden bei den positiv auf Pregabalin getesteten Patienten weitere Untersuchungen hinsichtlich demografischer Daten sowie Abhängigkeiten von anderen Substanzen durchgeführt. Zusätzlich dazu soll auch untersucht werden, wie viele der betroffenen Patienten Pregabalin abseits der zugelassenen Indikationen verordnet bekommen.

Schwerpunkt Cannabisabhängigkeit in stationärer Behandlung (CAN-APP)

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer jugendfreundlichen Anwendung eines Cannabis Approach-Avoidance-Trainings (CAAT) in Form einer App und die Prüfung der Machbarkeit im stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Setting.

Clomethiazol versus Diazepam im Alkoholentzug

Ziel dieses Projektes an der LWL-Klinik Warstein ist die Klärung der Frage, ob Clomethiazol oder Diazepamim Alkoholentzug im Hinblick auf Nebenwirkungen und Komplikationsverhinderungen (Delir, Krampfanfall, internistische Zwischenfälle) sicherer ist. Da bei leichten Entzugssymptomen keine relevanten Unterschiede zu erwartensind und um den Studienaufwand darüber zu begrenzen, werden in die Studie nur Patientinnen und Patienten eingeschlossen, bei denen schwere Entzüge zu erwarten sind. Auf der Grundlage eines einheitlichen Entzugsstandards werden die Patienten randomisiert entweder mit Clomethiazol oder Diazepam behandelt.

Vergleich der Wirksamkeit von Richtlinien-Psychotherapie vs. Psychotherapie per Telefon oder Skype bei depressiven Störungen

Das Projekt untersucht an der LWL - Klinik Dortmund die Fragestellung, ob es einen Unterschied bezüglich der Wirksamkeit von Psychotherapie per Telefon / Skype und Psychotherapie „face-to-face“ (TAU) bei der Behandlung von depressiven (bzw. traumatisierten) Patienten gibt. Die Therapieergebnisse sind anhand psychometrischer Testung bei den Gruppen vergleichbar. Ziel ist die Überprüfung der Akzeptanz, Praktikabilität und Wirksamkeit von Psychotherapie mittels Telefon oder Skype im Vergleich zu Psychotherapie „face-to-face“.